Accessoires waren schon immer mehr als blosse Dekoration: Hüte, Foulards, Handschuhe, Taschen und Schuhe spiegeln soziale, politische und religiöse Zugehörigkeiten, demonstrieren Macht und Status, schützen und formen den Körper oder stehen für modischen Fortschritt. Die Ausstellung zeigt anhand von Objekten aus der Sammlung des Schweizerischen Nationalmuseums, wie Accessoires vom gesellschaftlichen Wandel geprägt sind. Von den strikten Kleidervorschriften der frühen Neuzeit bis zum Spiel mit den Geschlechternormen der Gegenwart wirft die Ausstellung einen Blick auf Modegeschichte «von Kopf bis Fuss».
Mein Accessoire – eine Ikone. Fotoshooting in der Ausstellung
Gäste der Langen Nacht der Zürcher Museen haben sich am 6. September 2025 mit ihrem Lieblingsaccessoire in Szene setzen lassen. Die Fotografin Marie-Christine Gerber und Stylistin Filipa Fernandes haben die individuellen Accessoires fotografisch festgehalten. Die Bilder erzählen von Mode und Identität und sind noch bis zum 12. April 2026 in der Ausstellung «Accessoires – Objekte der Begierde» zu sehen.
Menschen benutzen in allen Kulturen und Epochen Accessoires. Es Sind modische Gegenstände, mit denen eine Person sich und ihre Kleidung schmückt, vervollständigt und auszeichnet. Die Ausstellung zeigt diverse Accessoires von Hüten über Fächer bis zu Schuhen mit einem Fokus auf dem 18. bis 21. Jahrhundert.
Accessoires sind mehr als modische Zierde. Die neue Ausstellung im Landesmuseum beleuchtet mit über 200 Objekten aus vier Jahrhunderten, wie Accessoires von Status, Identität und gesellschaftlichem Wandel zeugen. Zu sehen sind Hüte, Foulards, Fächer, Taschen, Schuhe und viele weitere Alltagsbegleiter. Ein Streifzug durch die Kulturgeschichte «von Kopf bis Fuss».
Was sagen ein Hut, ein Paar Handschuhe oder ein elegantes Foulard über ihre Trägerin oder ihren Träger aus? Wie heute waren Accessoires auch früher weit mehr als blosses Zubehör, sondern schmückende Objekte voller Botschaften und Bedeutungen. Die Ausstellung im Landesmuseum präsentiert kunstvoll gestaltete Hüte, luxuriöse Schals, elegante Spazierstöcke, extravagante Taschen, filigrane Fächer und sinnliche Schuhe aus der umfangreichen Sammlung des Schweizerischen Nationalmuseums. Sie spannt einen Bogen vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart und erzählt von gesellschaftlichem Wandel, Status, Identität und kulturellem Ausdruck.
Kopfbedeckungen wie das samtene Barett eines Berner Ratsherrn aus dem frühen 18. Jahrhundert, Kindertaufhäubchen oder ein prachtvolles Schappel aus dem Kanton Schaffhausen zeigen, wie Kopfbedeckungen als Zeichen von Stand, regionaler Identität oder gesellschaftlicher Ausgrenzung fungierten. Moderne Beispiele wie der pinke «Pussyhat» illustrieren, wie Kopfbedeckungen auch heute noch politische Statements setzen.
Accessoires, die in den Händen gehalten werden, erweitern den Körper und unterstützen Gesten. Wer früher nicht arbeitete, hatte die Hände frei für Taschen, Fächer, Schirme oder Spazierstöcke. Viele dieser Dinge hatten Funktionen, die heute vergessen sind. So zum Beispiel ein kunstvoll gearbeiteter Stock aus Zürich mit silbernem Rocaillen-Knauf, der für die repräsentative Selbstdarstellung wohlhabender Herren beim Flanieren steht.
Die gezeigten Taschen und andere am Körper getragene Objekte reichen vom barocken Almosenbeutel über die Brieftasche bis zur Handtasche von heute. Besonders eindrucksvoll ist eine Tasche des Schweizer Designers Kévin Germanier, gefertigt aus upgecycelten Wollresten und Duschvorhangringen – ein Beispiel für Nachhaltigkeit in der Mode.
Die Ausstellung weist auch hin auf den gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit Modeaccessoires: Von strengen Kleiderordnungen über den gestalterischen Reichtum regionaler Trachtenaccessoires bis hin zum heutigen Spiel mit Geschlechternormen. So thematisiert etwa eine rosafarbene Herren-Hausmütze aus dem 18. Jahrhundert, warum die Farbe heute eher als weiblich empfunden wird, während die von Nemo zum Eurovision Song Contest 2024 getragenen Unisex-Sneakers mit rosa Tüll die Normen auflösen.
Schliesslich setzen sich Kurzfilme des Studiengangs «Major Trends & Identity» der Zürcher Hochschule der Künste mit der heutigen Vielfalt und Relevanz von Accessoires auseinander und fragen, wie Accessoires das Körperbild in der Gegenwart prägen.
Die Ausstellung bietet einen facettenreichen Einblick in die Rolle von Accessoires in Alltag, Kultur und Politik. Sie regt dazu an, über Kleidung als kulturelle Praxis nachzudenken und macht deutlich: Accessoires sind weit mehr als modische Zierde – sie sind kulturelle Zeugnisse, die Geschichten «von Kopf bis Fuss» erzählen.
Bitte beachten Sie, dass der Download und die Verwendung der Bilder ausschliesslich Medienschaffenden, Lehrpersonen und weiteren Berechtigten gestattet ist. Die Bilder dürfen nur im Rahmen der Berichterstattung über die Ausstellung und unter Angabe der Bildlegende und des Copyrights sowie für Unterrichtszwecke verwendet werden. Vielen Dank!
Konservierung und Objektmontage Nikkibarla Calonder, Iona Leroy, Sarah Longrée, Véronique Mathieu, Jürg Mathys, Gaby Petrak, Alexandra Schorpp, Rahel Vetter, Ina-Gesine von Woyski, Peter Wyer, Tino Zagermann
Leihwesen, Objektlogistik und –montage Christian Affentranger, David Blazquez, Reto Hegetschweiler, Simon d’Hollosy, Cristina Kaufmann, Laura Mosimann, Aymeric Nager, Claudio Stefanutto
Fotografie Jörg Brandt, Felix Jungo
Bildarchiv Ronja Eggenschwiler, Andrea Kunz, Fabian Müller
IT | Web, Medienstationen Alex Baur, Thomas Bucher, Ueli Heiniger, Pasquale Pollastro, Danilo Rüttimann
Filme Zürcher Hochschule der Künste, Trends & Identity Dozierende: Simon Grab, Eva Wandeler, Jacqueline Zünd Studierende: Rebecca Loren Aebi, Antonio José Angeles Jimenez, Laura Balsiger, Yannick Burkard, Till Fiedler, Shirin Friedhoff, Ciriaco Limongelli, Nicola Michel, Anina Pignatelli, Laura Swanson, Samira Esmeralda Trachsel
Marketing und Kommunikation Anna-Britta Maag, Sebastiano Mereu, Carole Neuenschwander, Alexander Rechsteiner
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