Ausstellung | 20.03. - 16.08.2020

Nonnen. Starke Frauen im Mittelalter

Ausstellung

Nonnen im Mittelalter waren weit mehr als asketisch lebende Frauen, die sich nur für die Welt innerhalb der Klostermauern interessierten. Das Kloster bot Frauen Möglichkeiten, die sie sonst kaum hatten – Zugang zu höherer Bildung, soziale Absicherung und die Chance, sich familiären Normen zu entziehen. Die Ausstellung zeigt anhand verschiedener Persönlichkeiten, wie vielfältig die Lebensformen geistlicher Frauen im Mittelalter waren.

 

Veranstaltungen

Familien

Mi 29.7.2020

10:30 – 12:30 Uhr

Workshop

Im mittelalterlichen Klostergarten

Sa 1.8.2020

10:30 – 12:30 Uhr

Workshop

Im mittelalterlichen Klostergarten

So 2.8.2020

10:30 – 12:30 Uhr

Workshop

Im mittelalterlichen Klostergarten

Schulen

Publikation

Kulturplatz extra

Kulturplatz extra: Allein im Museum – Mit Patti Basler im Landesmuseum Zürich. ©Schweizer Fernsehen SRF

Podcast

Nonnen. Starke Frauen im Mittelalter - Teil 1: Eintritt und Alltag im Kloster

Publiziert am 4. Mai 2020

In diesem fünfteiligen Podcast nehmen wir Sie, zusammen mit den Kuratorinnen Christine Keller und Roberta Spano, mit auf eine Reise ins Mittelalter in die Welt der Nonnen. Anhand von verschiedenen Persönlichkeiten erfahren Sie, wie vielfältig die Lebensformen geistlicher Frauen im Mittelalter waren. Im ersten Teil dieses Podcasts gehen wir der Frage nach, was es für eine Frau im Mittelalter bedeutete, in ein Kloster einzutreten. Warum gingen Frauen ins Kloster und wie sah dort ihr Alltag aus?

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Nonnen. Starke Frauen im Mittelalter - Teil 2: Macht und Einfluss

Publiziert am 8. Mai 2020

Einige Frauenklöster hatten im Mittelalter viel Macht und Einfluss. Sie herrschten über grosse Ländereien, erteilten Aufträge zum Bau von Kirchen und Klöstern und einige der Äbtissinnen empfingen selbstbewusst hohe Kirchenvertreter, Könige oder gar den Kaiser. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Roberta Spano erzählt von Machtsymbolen und den Rechten der Frauen innerhalb der Kirche. Es kommen auch die Nonnen Elisabeth von Wetzikon und Pétronille de Chemillé zu Wort.

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Nonnen. Starke Frauen im Mittelalter - Teil 3: Die Gebildeten

Publiziert am 12. Mai 2020

Im Mittelalter war das Kloster der einzige Ort, in dem Frauen eine Bildung erhalten konnten. Nonnen wie Hildegard von Bingen oder Herrad von Landsberg treten als hochgebildete Frauen hervor. Ihre Schriften und Werke finden grosse Anerkennung und prägen die Theologie der Kirche und das Wissen ihrer Zeit weit über die Klostermauern hinaus. Kuratorin Christine Keller zeigt dies anhand der reich illustrierten Bücher und aufwändig gestalteten Textilien in der Ausstellung.

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Nonnen. Starke Frauen im Mittelalter - Teil 4: Die Mystikerinnen

Publiziert am 15. Mai 2020

Einige Nonnen gaben sich einer besonders emotional und körperlich gelebten Frömmigkeit hin. In Visionen und Ekstasen strebten sie nach einer mystischen Vereinigung mit ihrem spirituellen Bräutigam Jesus Christus. Besonders als Mystikerinnen bekannt sind Elsbeth Stagel, eine Nonne aus dem Kloster Töss und Adelheid Pfefferhart, die im Kloster Katharinental ein Gnadenerlebnis hatte.

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Nonnen. Starke Frauen im Mittelalter - Teil 5: Reform und Reformation

Publiziert am 19. Mai 2020

Auch im Mittelalter gehen Reformbewegungen nicht spurlos an den Klöstern vorbei. Das Aufeinandertreffen von freiheitsliebenden Nonnen und Reformern, die strenge Disziplin einfordern, führt zu Konflikten.

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Weitere Teile folgen.

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Blogbeiträge zum Thema

Christine Keller

17. Juni 2020

Im Hexenwahn

Dass Nonnen aufbegehren, heftigen Widerstand leisten und kirchliche Verordnungen ignorieren, irritiert aus heutiger Sicht. Während der Zeit der Reformbestrebungen im 15. Jahrhundert war dies jedoch nicht aussergewöhnlich.

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Andrej Abplanalp

13. April 2020

Serie: Der Buchdruck in Europa (1/4)

Donald Trump hat den Begriff Fake News geprägt wie kein anderer zuvor. Doch falsche, verzerrte oder manipulierte Nachrichten gibt es schon lange.

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Andrej Abplanalp

25. März 2020

Christian Pfister: Wettergeschichte(n)

Nonnen im Mittelalter, da denkt man an Frauen, die zurückgezogen in einem Kloster leben, um sich ganz dem Glauben zu widmen. Doch ein Blick zurück zeigt ein anderes Bild.

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Medien

Nonnen. Starke Frauen im Mittelalter

Landesmuseum Zürich | 20.3.2020 - 16.8.2020
publiziert am 20.3.2020

Das Mittelalter war eine raue Zeit. Besonders für Frauen und ihre Perspektiven. Das Leben in einem Kloster war da ein willkommener Ausweg, der nicht nur mehr Freiheiten, sondern auch Bildung, Einfluss und zuweilen Macht möglich machte.

Nonnen im Mittelalter, da stellt man sich in der Regel asketisch lebende Frauen vor, die sich nur für eine abgeschirmte Welt innerhalb der eigenen Klostermauern interessierten. Doch es gab noch eine andere Wirklichkeit, die vielfältiger, überraschender und weltlicher war, als man vermuten würde.

Ab dem fünften Jahrhundert entstanden in Europa erste Nonnenklöster. Sie boten Frauen Möglichkeiten, die sie sonst kaum hatten: Zugang zu höherer Bildung, eine soziale Absicherung und die Chance, sich engen familiären Normen zu entziehen. Nicht selten war dieser Entscheid auch mit einem Aufstieg innerhalb der Klostergemeinschaft verbunden. Das höchste Amt war jenes der Äbtissin, Priorin oder Meisterin. Die Führung eines Klosters war anspruchsvoll, verlangte diplomatisches Geschick und eine hohe Bildung. Religiöse Zentren hatten oft enge Verbindungen zu Politik und Wirtschaft und prägten das weltliche Geschehen mit.

Beispiele hierfür sind etwa Katharina von Siena (1347 – 1380), die ihre eigene Hochzeit erfolgreich verhinderte, in einen Laienorden eintrat, zur Inspirationsquelle für eine wachsende Anhängerschaft wurde und in kirchenpolitischen Fragen gegenüber Päpsten schliesslich eine bedeutende Stimme war. Oder Pétronille de Chemillé (1080/90 – 1149), Äbtissin des Klosters von Fontevraud. Sie setzte sich in einer männlich dominierten Welt durch – gegen massive politische Widerstände gelang es ihr, den jungen, aufstrebenden Orden zu festigen. Unter Pétronilles Führung gewann Fontevraud an politischem und wirtschaftlichem Einfluss und wurde zu einem strategisch bedeutenden Ort für die Mächtigen Frankreichs. Dem Orden gehörten sowohl Frauen als auch Männer an, welche alle der Autorität der Äbtissin unterstanden. Ebenfalls erwähnenswert ist die imposante Stellung der Fürstäbtissin der Fraumünsterabtei in Zürich. Im 13. Jahrhundert war sie Stadtherrin, ernannte Bürgermeister und Richter und hatte das Sitz- und Stimmrecht im Reichstag der Fürstenversammlung des Heiligen Römischen Reichs.

Anhand von 15 Repräsentantinnen und wertvollen Exponaten unter anderem aus der Bibliothek des Vatikans oder dem Germanischen Nationalmuseum zeigt die Ausstellung, wie unterschiedlich die Lebensformen geistlicher Frauen im Mittelalter waren und welche Möglichkeiten ihnen offenstanden. Die Schau thematisiert die wichtige Stellung der Frauenklöster in Bildungsfragen, ihre Verflechtungen mit Politik und Wirtschaft sowie der bis heute oftmals unterschätzte prägende Einfluss dieser Frauen auf die Theologie. Abgerundet wird die Ausstellung mit einer Installation von Annelies Štrba. Der Videokünstler Jürg Egli hat ihre Fotografien von Kirchenfenstern, Marienfiguren und prächtigen Gärten zu einem neuen Werk verschmolzen, welches das Weibliche ins Zentrum setzt.

Zur virtuellen Ausstellung

Bilder

Beschreibung

Ausschnitt aus: Klosterbehang, Hortus conclusus, Basel, 1480, Wolle, Seide, Gold- und Silberlahn, gewirkt Schweizerisches Nationalmuseum, LM 1959

Copyright: © Schweizerisches Nationalmuseum

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Blick in die Ausstellung.

Copyright: © Schweizerisches Nationalmuseum

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Blick in die Ausstellung.

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Blick in die Ausstellung.

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Pressekontakt Schweizerisches Nationalmuseum

+41 44 218 66 63 medien@nationalmuseum.ch

Partner

Das Schweizerische Nationalmuseum dankt für die grosszügige Unterstützung.

Impressum

  • Gesamtleitung: Andreas Spillmann
  • Projektleitung und Kuratorin: Christine Keller
  • Szenografie: Martin Sollberger, Ausstellungsgestaltung und Innenarchitektur Zollikon Assistenz: Sonja Koch, Zürich
  • Grafik und Key Visual: Jacqueline Schöb, Helene Leuzinger visuelle Kommunikation, Zürich Assistenz: Sina Scheller-Persenico, Zürich
  • Wissenschaftliche Beratung und Mitarbeit: Annalena Müller, Universität Fribourg
  • Wissenschaftliche Mitarbeit: Roberta Spano, Maja Škrkić
  • Ausstellungsassistenz: Regula Moser
  • Steuernder Ausschuss: Heidi Amrein, Beat Högger, Markus Leuthard, Sabrina Médioni, Andreas Spillmann
  • Projektcontrolling Projektcontrolling: Sabrina Médioni
  • Recht und Verträge: Ursina Geissbühler, Jana Pfyl
  • Bildung & Vermittlung: Stefanie Bittmann, Severin Marty
  • Technische Leitung: Debbie Sledsens
  • Ausstellungsaufbau: Kim Badertscher, Mike Roder, Dave Schwitter, Bachir Ezzarari, Marc Hägeli, Ladina Fait
  • Konservatorische Leitung: Nathalie Ellwanger, Ulrike Rotenhäusler
  • Konservierung und Objektmontage: Nikkibarla Calonder, Anna Jurt; Kevin Kohler, Sarah Longrée, Véronique Mathieu, Jürg Mathys, Françoise Michel, Gaby Petrak; Angela Stindt, Peter Wyer
  • Leihwesen: Angela Zeier, Maya Jucker
  • Objektlogistik: David Blazquez
  • Bildbestellung und Rechteabklärung: Regula Moser
  • IT / Web: Thomas Bucher, Pasquale Pollastro, Danilo Rüttimann, René Vogel
  • Übersetzungen: Marie-Claude Buch-Chalayer, Bill Gilonis, Marco Marcacci, Laurence Neuffer
  • Lektorat und Korrektorat: Eva Carlevaro, Esther Füller, Christoph Lüthi, Laurence Neuffer, Roberta Spano, Maja Škrcić, Samuel van Willigen
  • Marketing & Kommunikation: Andrej Abplanalp, Alexander Rechsteiner, Carole Neuenschwander, Sebastiano Mereu, Anna-Britta Maag
  • Wissenschaftliche Beratung: Dr. Annalena Müller, Dr. des. Anne Diekjobst, Fribourg, Prof. Dr. Eva Schlotheuber, Prof. Dr. Gabriela Signori, Prof. Dr. Johanna Thali, Dr. Martina Wehrli-Johns, Dr. Dölf Wild, Dr. Claudia Moddelmog, Prof. Dr. Tobias Hodel, Dr. Ruth Wiederkehr, Olivier Morand, Dr. Peter Niederhäuser und viele andere
  • Videoinstallation: Annelies Štrba, in Zusammenarbeit mit Jürg Egli, für die Ausstellung «Nonnen. Starke Frauen im Mittelalter», 2020, Musik / musique / musica / music: Samuel Schobinger / Realisation / réalisation / realizzazione /realization: Jürg Egli, Analyze, Zürich

Leihgeber

  • Staatsarchiv Aargau, Aarau
  • Archives départementales de Maine-et-Loire, Angers
  • Historisches Museum Basel
  • Kunstmuseum Basel
  • Museum Kleines Klingental, Basel
  • Staatsarchiv Basel
  • Öffentliche Bibliothek der Universität Basel
  • Burgerbibliothek Bern
  • Bernisches Historisches Museum, Bern
  • LVR-LandesMuseum Bonn
  • Musées royaux d’Art et d’Histoire, Brussels
  • Musée gruerien, Bulle
  • Musée Unterlinden Colmar
  • Stiftsbibliothek Einsiedeln
  • Stiftsbibliothek Engelberg
  • Liebieghaus Skulpturensammlung, Frankfurt a.Main
  • Historisches Museum Thurgau, Frauenfeld
  • Kantonsbibliothek Thurgau, Frauenfeld
  • Städtische Museen Freiburg, Augustinermuseum, Freiburg im Breisgau
  • Adeva, Akademische Druck- und Verlangsanstalt, Graz,
  • Benediktinerinnenkloster St. Martin, Hermetschwil
  • Historisches Archiv der Stadt Köln
  • Museum Schnütgen, Köln
  • Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln
  • Leipzig, Universitätsbibliothek
  • Bibliothèque francophone multimedia de Limoges
  • Biblioteca Statale di Lucca
  • Bayerisches Nationalmuseum, München
  • Kloster St. Johann, Müstair
  • Musée Diocésain et Trésor de la Cathédrale, Namur
  • TreM.a Coll. Fondation Société archéologique de Namur, Namur
  • Germanisches Nationalmuseum Nürnberg
  • Stadtbibliothek im Bildungscampus Nürnberg
  • Erzbischöfliches Diözesanmuseum Paderborn
  • Benediktinerinnenkloster St. Andreas, Sarnen
  • Stadtbibliothek Schaffhausen, Ministerialbibliothek
  • Pinacoteca Nazionale di Siena, Polo museale della Toscana
  • Zentralbibliothek Solothurn
  • Stiftsbibliothek St. Gallen
  • Textilmuseum St. Gallen
  • Bibliothèque du Grand Seminaire, Strasbourg
  • Landesmuseum Württemberg, Stuttgart
  • Sint-Amelbergabasiliek, Susteren
  • Citta del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana
  • Dominikanerinnenkloster St. Katharina, Wil
  • Sammlung Emil Bühlre, Zürich
  • Stadtarchiv Zürich
  • Zentralbibliothek Zürich