Keyvisual der Videoinstallation «Erfahrungen Schweiz – Sexarbeit»

Sexarbeit

Erfahrungen Schweiz

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Videoinstallation

Seit über 80 Jahren ist Sexarbeit in der Schweiz legal – und doch wurde und wird über den Umgang mit der Tätigkeit immer wieder heftig gestritten. Zwischen Stigmatisierung, rechtlicher Regulierung und Selbstbestimmung macht Sexarbeit zentrale gesellschaftliche Spannungsfelder sichtbar: von Macht, Sexualität und Geschlechterfragen über Migration bis hin zu Rassismus, Armut und sozialer Ungleichheit. 

Im Zentrum der Videoinstallation stehen elf Interviews, die aufzeigen, wie sich die Sexarbeit in der Schweiz entwickelt hat und Einblicke in die Arbeits- und Lebensrealitäten von Sexarbeitenden in der Schweiz geben. Sie machen die Diversität dieser Berufsgruppe sichtbar und beleuchten zugleich Aspekte wie Gewalt und Ausbeutung. Eine vertiefende Medienstation zeigt historische Entwicklungen, rechtliche Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Debatten auf.

Die Videoinstallation ist in Zusammenarbeit mit dem Sexworkers Collective entstanden.

Zum Format
Nicht alle für die Schweiz prägende Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit lassen sich mit Objekten gut darstellen. Im Format «Erfahrungen Schweiz» stehen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen im Zentrum. Ihre Schicksale und Erfahrungen, oft nirgends niedergeschrieben oder archiviert, ermöglichen dem Museumspublikum einen facettenreichen Rückblick auf die Schweizer Zeitgeschichte. Das Thema wechselt jährlich. Das Format kommt ohne Exponate aus und besteht aus einer grossformatigen und immersiven Projektion mit Ton über Kopfhörer sowie einer Vertiefungsstation mit Informationen zu den neuesten Forschungsergebnissen und zum kulturhistorischen Kontext des jeweiligen Themas.

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Erfahrungen Schweiz – Sexarbeit

Landesmuseum Zürich | 3.7.2026 - 1.11.2026
publiziert am 3.7.2026

Seit über 80 Jahren ist Sexarbeit in der Schweiz legal – und dennoch bleibt der Umgang mit ihr in der Öffentlichkeit umstritten. Zwischen Stigmatisierung, rechtlicher Regulierung und dem Anspruch auf Selbstbestimmung macht Sexarbeit zentrale gesellschaftliche Spannungsfelder sichtbar: Fragen nach Privilegien, Macht, Sexualität und Geschlecht ebenso wie Themen rund um Migration, Rassismus, Armut und sozialer Ungleichheit.

Hier setzt die neue Ausgabe des Formats «Erfahrungen Schweiz» an. Im Zentrum der Videoinstallation stehen elf Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die über ihre Erfahrungen in der Sexarbeit sprechen. Ihre persönlichen Geschichten eröffnen einen seltenen Einblick in Lebensrealitäten, die oft verborgen bleiben. Die Interviews zeigen, wie unterschiedlich die Wege in die Sexarbeit sein können und wie stark individuelle Lebensumstände diese Tätigkeit prägen.

Die porträtierten Personen erzählen von finanziellen Notsituationen, Migrationserfahrungen, familiären Verpflichtungen oder dem Wunsch nach Selbstbestimmung. Einige fanden über wirtschaftliche Zwänge zur Sexarbeit, andere schätzen die damit verbundene Flexibilität oder die Möglichkeit, ein selbstbestimmtes Arbeitsleben zu führen. Zugleich berichten die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen von Stigmatisierung, Gewalt und Diskriminierung, aber auch von Solidarität, Eigenständigkeit und beruflichem Stolz.

Ergänzend zur Videoinstallation vermittelt eine interaktive Medienstation historischen Entwicklungen, rechtliche Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Debatten rund um Sexarbeit. Deren Geschichte ist eng mit Moralvorstellungen verbunden: von «Dirnenregistern» der Polizei in den 1950er-Jahren über feministische Auseinandersetzungen der 1970er-Jahre bis hin zu heutigen Diskussionen um Menschenhandel, Arbeitsrechte und ein mögliches Sexkaufverbot.

Das Format «Erfahrungen Schweiz» verzichtet bewusst auf klassische Museumsobjekte. Stattdessen stehen Stimmen, Erinnerungen und persönliche Erfahrungen im Mittelpunkt. Die grossformatige Projektion mit Kopfhörern schafft eine unmittelbare, immersive Begegnung mit den Erzählungen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Das Konzept und die Umsetzung dieser Ausgabe von «Erfahrungen Schweiz» entstanden partizipativ in Zusammenarbeit mit Sexarbeitenden des Sexworkers Collective.

Die Videoinstallation ist vom 3. Juli bis 1. November 2026 und vom 12. Januar bis 25. April 2027 im Landesmuseum Zürich zu sehen.

Bilder

Erfahrungen Schweiz – Sexarbeit

Blick auf die Videoinstallation

© Schweizerisches Nationalmuseum

Erfahrungen Schweiz – Sexarbeit

Blick auf die Videoinstallation

© Schweizerisches Nationalmuseum

Erfahrungen Schweiz – Sexarbeit

Blick auf die Videoinstallation

© Schweizerisches Nationalmuseum

Pressekontakt Landesmuseum Zürich

+41 44 218 65 64 medien@nationalmuseum.ch

Impressum

  • Gesamtleitung Denise Tonella

  • Projektleitung und Kuratorin Marina Amstad

  • Idee und Konzept Marina Amstad, Sexworkers Collective

  • Wissenschaftliche Beratung Sexworkers Collective

  • Kuratorische Begleitung Luca Tori

  • Wissenschaftliche Mitarbeit Thomas Bochet

  • Szenografie Alex Harb

  • Interviews Sexworkers Collective

  • Projektion Maurizio Drei, Michele Innocente

  • Voiceover Tweaklab AG: Lambert Bastar (FR), Lotti Happle (DE), Andrea Samborsky (EN), Christina Zamboni (IT)

  • Steuernder Ausschuss Roman Aebersold, Günhan Akarçay, Heidi Amrein, Beat Högger, Sabrina Médioni, Denise Tonella

  • Projektcontrolling Sabrina Médioni

  • Technische Leitung Mike Zaugg

  • Ausstellungsaufbau Ira Allemann, Sophie Lühr, Marc Hägeli, Dave Schwitter, Philippe Leuthardt

  • IT | Web Thomas Bucher, Danilo Rüttimann, Alex Baur, Thomas Bucher, Ueli Heiniger; Immensive SA

  • Marketing und Kommunikation Andrej Abplanalp, Anna-Britta Maag, Sebastiano Mereu, Carole Neuenschwander, Alexander Rechsteiner

  • Werbegrafik Resort GmbH für Visuelle Kommunikation

  • Übersetzungen Coline Thomas; Interserv AG; Natalia Proserpi 


Wir danken den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen für ihr wertvolles Mitwirken.