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Bankenland Schweiz

Landesmuseum Zürich | 12.6.2026 - 8.11.2026
publiziert am 10.6.2026

Die Schweiz gilt weltweit als Synonym für Banken, Sicherheit und finanzielle Stabilität. Doch wie wurde aus einem kleinen Alpenland einer der bedeutendsten Finanzplätze der Welt? Die neue Ausstellung «Bankenland Schweiz» geht dieser Frage nach und zeigt, wie eng das Schweizer Bankwesen mit der Geschichte und Identität des Landes verbunden ist.

Die Ausstellung spannt den Bogen von den ersten Geldgeschäften der Antike bis zur heutigen digitalen Finanzwelt. Schon lange bevor es moderne Banken gab, spielten Geldwechsel, Kreditvergabe und Vermögensverwaltung eine wichtige Rolle. Münzhorte aus römischer Zeit, historische Wechselwaagen oder mittelalterliche Urkunden machen sichtbar, wie Menschen ihr Vermögen schützten und Handel betrieben. Jüdische Geldverleiher, lombardische Händler und frühe Privatbankiers legten die Grundlagen für das spätere Schweizer Bankwesen.

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wandelte sich die Schweiz zunehmend zu einer Geldwirtschaft. Sparkassen und Kantonalbanken ermöglichten breiten Bevölkerungsschichten erstmals das sichere Sparen. Gleichzeitig entstanden Grossbanken wie die Schweizerische Kreditanstalt, die den Eisenbahnbau und die industrielle Entwicklung finanzierten. Historische Banknoten, Sparbüchsen oder Schalterobjekte aus Bankfilialen erzählen von dieser Zeit des wirtschaftlichen Aufbruchs.

Ein zentrales Thema der Ausstellung ist das Vertrauen – die Grundlage jedes Bankgeschäfts. Banken stehen in der Schweiz bis heute für Diskretion, Sicherheit und Stabilität. Gleichzeitig zeigt die Ausstellung, dass dieses Vertrauen immer wieder erschüttert wurde: durch Bankenkrisen, Diskussionen um das Bankgeheimnis oder jüngste Ereignisse wie die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS. Damit wird deutlich, dass das Bankenland Schweiz nicht nur eine Erfolgsgeschichte, sondern auch ein Spiegel gesellschaftlicher und politischer Entwicklungen ist.

Neben historischen Objekten beleuchtet die Ausstellung auch den Wandel des Bankalltags. Vom Bankschalter über Geldzählmaschinen bis hin zu E-Banking und Kryptowährungen wird sichtbar, wie technische Innovationen den Umgang mit Geld verändert haben. Interaktive Stationen, Umfragen und spielerische Elemente für Kinder laden Besucherinnen und Besucher dazu ein, über ihre eigene Beziehung zu Geld, Sparen und Vertrauen nachzudenken.

Bilder

Neuzeitlicher Münzhort von Ueberstorf FR

Der Münzschatz von Ueberstorf im Kanton Freiburg besteht aus französischen Goldmünzen und Schweizer Silbermünzen. Münzhort von Ueberstorf FR (Auswahl), nach 1555, Gold und Silber

© Schweizerisches Nationalmuseum

Wechslerwaage aus Genf

Um die zu wechselnden Goldmünzen zu prüfen, werden Feinwaagen verwendet. Diese Wechslerwaagen enthalten nicht nur Waagschalen und Waagbalken, sondern auch ein Set von Münzgewichten für die verschiedenen Währungen. Wechslerwaage, Jacques Blanc, Genf, um 1700, Messing und Holz

© Schweizerisches Nationalmuseum

Leih- und Sparkasse vom Linthgebiet

Die heute unter dem Namen «LLB Schweiz» bekannte Leih- und Sparkasse vom Linthgebiet wird 1848 in Uznach im Kanton St. Gallen als «Leih- & Spar-Kassa des See-Bezirks» gegründet. Sparbüchse der Leih- und Sparkasse vom Linthgebiet, 1967-1970, Aluminium/Eisen

© Schweizerisches Nationalmuseum

Inhaberaktie

Alfred Escher gründet 1856 die Schweizerische Kreditanstalt (SKA) in Zürich, um für Grosskredite der Industrie nicht mehr vom Ausland abhängig zu sein. Nach mehreren Fusionen zu «Credit Suisse» umbenannt, wird die Bank 2023 von der UBS übernommen. Schweizerische Kreditanstalt, Inhaberaktie zu 500 Franken (Blankette), Zürich, 1857. Schweizerisches Nationalmuseum

Bank in Basel 50 CHF

Vor 1907 drucken Schweizer Banken jeweils ihre eigenen Banknoten. 1881 werden diese per Gesetz zwar vereinheitlicht, aber weiterhin von unterschiedlichen Banken herausgegeben. Nach dem Einrichten der Schweizerischen Nationalbank 1907 ist schweizweit nur noch die aktuelle Banknotenserie der Nationalbank gültig. Bank in Basel, Banknote zu 50 Franken, Zug 1879. Schweizerisches Nationalmuseum

Kundensafe der Schweizerischen Volksbank

1869 in Bern gegründet, wird sie bis 1930 zur zweitgrössten Bank der Schweiz, geht im Herbst 1933 aber fast Konkurs und konzentriert sich in der Folge auf das Schweizer Geschäft. 1993 wird sie von der Credit Suisse übernommen. Kundensafe aus dem Hauptsitz der Schweizerischen Volksbank, Basel, 1912, Eisenblech

© Schweizerisches Nationalmuseum

Ski-Mütze SKA

Die Schweizerische Kreditanstalt (SKA) verteilt 1977 und in den nachfolgenden Jahren rund 800’000 Mützen mit ihrem Logo gratis an die Schweizer Jugend.

© Schweizerisches Nationalmuseum

Schweizerische Kreditanstalt

Der Hauptsitz der Schweizerischen Kreditanstalt in Zürich wird 1872 bis 1877 nach den Plänen von Jakob Friedrich Wanner erbaut. Schweizerische Kreditanstalt, Paradeplatz, Zürich, um 1885. Schweizerisches Nationalmuseum

Nationalbank

Das Nationalbank-Gebäude des Architekten Eduard Joos (1869-1917) wurde in Bern von 1907 bis 1912 geplant und gebaut. Nationalbank in Bern, Photo-House Rüedi S.A., Lugano, 1956. Schweizerisches Nationalmuseum

Pressekontakt Landesmuseum Zürich

+41 44 218 65 64 medien@nationalmuseum.ch