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  • Lange Nacht der Museen 04.09.2027 10:00 - 17:00
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Führung

Geschichte der Sexarbeit

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mit Sarah Baumann

Sexarbeit polarisiert. In der öffentlichen Debatte geht es oft um Moral, sexuelle Normen, Geschlechterrollen und Migration. Weniger Aufmerksamkeit erhalten dagegen die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen, unter denen Menschen mit Sex ihr Geld verdienen.

Die Historikerin Sarah Baumann beleuchtet die Geschichte der Sexarbeit aus arbeits- und geschlechterhistorischer Perspektive. Im Gespräch mit der Kuratorin Marina Amstad gibt die Führung einen Einblick in die historische Entwicklung der Sexarbeit, den Wandel im gesellschaftlichen Umgang damit und die Entstehung der Installation «Erfahrungen Schweiz – Sexarbeit». Dabei kommen auch die Fragen und Herausforderungen zur Sprache, die sich bei der musealen Vermittlung von Sexarbeit stellen.

Landesmuseum Zürich

Museumstrasse 2
8001 Zürich

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Sarah Baumann

Sarah Baumann studierte Geschichte in Freiburg, Bern und Berlin und wurde an der Universität Freiburg promoviert. Sie ist freischaffende Historikerin sowie Lehrerin für Geschichte. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Frauen-, Geschlechter- und Arbeitsgeschichte. In ihrem 2024 erschienenen Buch «Prekäre Liberalisierung. Sexuelle Arbeit von Frauen in der Schweiz 1950–1990» untersucht sie das soziale und ökonomische Geflecht, in dem sich Sexarbeiterinnen bewegten, und analysiert, wie sich gesellschaftliche Debatten rund um Sexarbeit veränderten.

Die Installation

Keyvisual der Videoinstallation «Erfahrungen Schweiz – Sexarbeit»

Seit über 80 Jahren ist Sexarbeit in der Schweiz legal – und doch wurde und wird über den Umgang mit der Tätigkeit immer wieder heftig gestritten. Zwischen Stigmatisierung, rechtlicher Regulierung und Selbstbestimmung macht Sexarbeit zentrale gesellschaftliche Spannungsfelder sichtbar: von Macht, Sexualität und Geschlechterfragen über Migration bis hin zu Rassismus, Armut und sozialer Ungleichheit. 

Im Zentrum der Videoinstallation stehen elf Interviews, die aufzeigen, wie sich die Sexarbeit in der Schweiz entwickelt hat und Einblicke in die Arbeits- und Lebensrealitäten von Sexarbeitenden in der Schweiz geben. Sie machen die Diversität dieser Berufsgruppe sichtbar und beleuchten zugleich Aspekte wie Gewalt und Ausbeutung. Eine vertiefende Medienstation zeigt historische Entwicklungen, rechtliche Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Debatten auf.

Die Videoinstallation ist in Zusammenarbeit mit dem Sexworkers Collective entstanden.

Zum Format

Nicht alle für die Schweiz prägende Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit lassen sich mit Objekten gut darstellen. Im Format «Erfahrungen Schweiz» stehen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen im Zentrum. Ihre Schicksale und Erfahrungen, oft nirgends niedergeschrieben oder archiviert, ermöglichen dem Museumspublikum einen facettenreichen Rückblick auf die Schweizer Zeitgeschichte. Das Thema wechselt jährlich. Das Format kommt ohne Exponate aus und besteht aus einer grossformatigen und immersiven Projektion mit Ton über Kopfhörer sowie einer Vertiefungsstation mit Informationen zu den neuesten Forschungsergebnissen und zum kulturhistorischen Kontext des jeweiligen Themas.

Details zur Installation