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Alle anzeigenBegegnung
Die allgemeine Wehrpflicht gilt eigentlich seit 1848, mit der Bundesverfassung 1874 wurde sie nach dem Prinzip der Tauglichkeit in die Tat umgesetzt. Seither hat sich der Militärdienst in der Schweizer Armee mit der Zeit stark gewandelt. Der Wandel widerspiegelt auch veränderte soziale Strukturen und Rollenbilder in der Schweizer Gesellschaft.
Soldatinnen und Soldaten von heute haben andere Motivationen als Ihre Vorgängerinnen und Vorgänger. Die Armee ist heute wie damals eine Art gesellschaftlicher Integrationsmotor: Sie vereint Männer und Frauen unterschiedlicher Herkunft und Geschichte.
Im Gespräch mit drei Menschen aus verschiedenen Generationen, die sich bewusst mit ihrer Motivation für oder gegen den Dienst auseinandersetzen, wird ergründet, was es heisst, in der Schweizer Armee zu dienen. Oder diesen Dienst zu verweigern. Was macht die Zugehörigkeit zur Armee aus? Was nicht?
Mit: Cla Büchi, Architekt und ehemaliger Dienstverweigerer, Luka Popadić, Filmemacher und Milizoffizier und Anika Nyfeler, Berufsoffizierin.
Moderation: Thomas Bochet, Historiker und Co-Kurator der Ausstellung «Wir und der Krieg»
Museumstrasse 2
8001 Zürich
Montag bis Freitag 09:00 - 12:30
Krieg ist ein prägendes Element der Schweizer Geschichte. Die Ausstellung zeigt aus unterschiedlichen Perspektiven, wie Kriege vom Spätmittelalter bis heute politische Strukturen, wirtschaftliche Interessen und gesellschaftliche Ordnungen in der Schweiz beeinflusst haben.
Ob in Form identitätsstiftender Mythen wie dem Rütlischwur, durch interne Konflikte wie den Bauernkrieg von 1653, den Sonderbundskrieg von 1847 oder in der latenten Bedrohung während des Zweiten Weltkriegs: Krieg prägte das Selbstverständnis der Schweiz nachhaltig. Dabei zeigt sich, wie Kriege in- und ausserhalb des Gebiets der heutigen Schweiz neue Machtverhältnisse und soziale Spannungen hervorbrachten – etwa durch grosse Profite aus dem Waffen- und Söldnerhandel, durch verschärfte Klassenkonflikte oder durch veränderte Geschlechterbilder.
Das Selbstbild der Schweiz als neutrales und friedensförderndes Land prägt insbesondere ihre Aussenpolitik bis heute. Zwischen Bedrohung und Solidarität eröffneten sich auch Handlungsspielräume der Neutralität, die Sicherheit schaffen und Frieden ermöglichen sollten. Anhand von Objekten, Videoinstallationen und Dokumenten lädt die Ausstellung dazu ein, verbreitete Vorstellungen vom Verhältnis der Schweiz zum Krieg zu hinterfragen – einem Krieg, der oft als fern gilt, aber tief im kollektiven Gedächtnis verankert ist.